Das Projekt „ZusammenStadt – Gemeinsam in Osterode“ soll Teilhabe- und Partizipationsmöglichkeiten für die Bürger*innen mit besonderem Fokus auf Jugendliche ermöglichen. Ziel ist es, dass die Menschen eigene Sozialräume schaffen und die Innenstadt von Osterode am Harz beleben. Hierfür ist vorgesehen, eine intensiv beworbene Auftaktveranstaltung zu verwirklichen, bei der eine Schnitzeljagd durch die Osteröder Innenstadt im Mittelpunkt steht. Die Wegpunkte sind Orte in der Innenstadt, die sich als Sozialräume eignen, aber nicht als solche genutzt werden. Für jeden Ort werden Aufgaben gelöst, die die mitmachenden Menschen dazu auffordern, zu definieren, was für einen sozialen Ort sie sich vorstellen können. Durch diesen veränderten Blickwinkel lernen die Osteröder ihre Stadt nochmal neu kennen. Orte, die sie vorher nicht wahrgenommen haben, bekommen nun eine neue Relevanz. Am Ende der Schnitzeljagd kommen alle Gruppen wieder zusammen und diskutieren (mit Moderation) welcher dieser Orte mit welcher Möglichkeit belebt werden kann. In einer zeitnahen Anschlussveranstaltung werden diese ausgewertet und auf Verwirklichungspotenzial geprüft werden. Es werden AGs gebildet, die sich mit unterschiedlichen Aufgabengebieten rund um die Verwirklichung der Idee beschäftigen. Soll beispielsweise ein Urban Gardening Projekt verwirklicht werden, beschäftigt sich eine AG mit der Planung dessen, eine andere mit der Klärung der Gegebenheiten (Genehmigung der Stadt/ der Grundstücksbesitzenden) und eine dritte mit der Kontaktaufnahme zu unterstützenden Fachfirmen und Presse. Die AGs werden von Projektmitarbeitenden betreut und Rückschläge aufgefangen. Im Anschluss verwirklichen alle Teilnehmenden gemeinsam das Pilotprojekt mithilfe angeworbener Fachfirmen. Je nach Größe und Umfang des Erstprojekts können im Maßnahmezeitraum noch ein zweites und ggf. drittes Nebenprojekt entstehen. Es entstehen generationsübergreifende Netzwerke, innerhalb derer alle profitieren. Jugendliche bekommen Kontakt zu Firmen, bei denen sie evtl. Praktika oder eine Ausbildung absolvieren können, Ältere bekommen Kontakt zu Jüngeren und lernen voneinander. „Neuzugezogene“ und „Alteingesessene“ kommen miteinander in Kontakt, was die interkulturelle Kompetenz stärkt. Damit möglichst viele Teilnahmemöglichkeiten geschaffen werden, wird neben Werbung auf Flyern, Plakaten und in der regionalen Presse, gezielt Werbung in allen weiterführenden Schulen durch direkte Ansprache der Schüler*innen gemacht.
Osterode am Harz ist mit etwa 22 000 Einwohner*innen ein kleines Mittelzentrum im südniedersächsischen Landkreis Göttingen. Hoher Leerstand von Wohn- und Geschäftsimmobilien prägen mittlerweile das Bild der historischen Altstadt. Selbst bewohnte Immobilien sind gehäuft in einem problematischen Zustand, so dass Identifikation mit dem eigenen Wohnumfeld nur schwer möglich ist. Fehlende Investitionen von Immobilienbesitzer*innen in ihre Mietobjekte, mäßige Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr, Geschäftsstrukturen, die hauptsächlich Billigartikel handeln und die vermehrte Verteilung von geflüchteten Familien in die Innenstadt lassen Osterode wenig attraktiv erscheinen. In Osterode, besonders im Innenstadtbereich, leben vermehrt Menschengruppen, die ohnehin Armutsgefährdet sind, wie bspw. Geflüchtete, Rentnerinnen und Familien mit Kindern. 16% der Osteröder Kinder sind von Armut unmittelbar betroffen oder gefährdet (Quelle: Statistisches Berichtsheft 2024, hrsg. LK Göttingen). Um dem entgegenzuwirken wurde der Bereich Kinderarmut in Osterode am Harz an das Referat Demografie und Sozialplanung des LK Göttingen angegliedert. Entgegen dieser positiven Entwicklung musste die Stadt Osterode am Harz das Gemeinwesenprojekt „Offenes Haus der Altstadt“ Beginn 2025 aufgrund fehlender Förderung schließen.

