Das Projekt „Tonraum“ schafft einen geschützten kreativen Raum für Frauen mit Migrationserfahrung. Durch das Arbeiten mit Ton und begleitende Unterstützung erhalten die Teilnehmerinnen die Möglichkeit, sich auszudrücken, gesehen und gehört zu werden. Viele Frauen in der Migration erleben Isolation, Sprachlosigkeit und gesellschaftliche Unsichtbarkeit – Faktoren, die bestehende Traumata vertiefen und sowohl ihre eigene Entwicklung als auch die ihrer Kinder hemmen.
Die Arbeit mit Ton ist dabei nicht nur eine künstlerische Tätigkeit, sondern auch eine symbolische Handlung: ein Weg, inneres Erleben auszudrücken, Barrieren zu überwinden und die eigene Identität wiederzufinden. Kunst- und Gestaltungstherapie hat sich nachweislich als Methode bewährt, um Stress und Angst abzubauen, das Selbstwertgefühl zu stärken und soziale Integration zu fördern.
Laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) verläuft die Arbeitsmarktintegration von geflüchteten Frauen in Deutschland deutlich langsamer als die von Männern. Gründe dafür sind unter anderem Sprachbarrieren, fehlende soziale Netzwerke sowie eingeschränkter Zugang zu Bildung und Kinderbetreuung. Erfolgreiche Ansätze wie das Berliner Projekt „BIWOC Rising“ zeigen, wie wichtig geschützte Räume sind, in denen Frauen mit Migrationshintergrund voneinander lernen, sich gegenseitig unterstützen und wachsen können.
„Tonraum“ kombiniert kreative Angebote mit systemischer Begleitung, um Frauen nicht nur in ihrer Selbstausdruckskraft zu stärken, sondern ihnen auch konkrete Unterstützung auf dem Weg zu Arbeit, Weiterbildung, Kinderbetreuung und sozialer Orientierung zu bieten. Das Projekt baut ein Netzwerk mit lokalen sozialen Trägern, Bildungsangeboten und ehrenamtlichen Initiativen auf, um die Frauen auf mehreren Ebenen zu begleiten.
Im Landkreis Wittmund zeigt sich Armut oft still – besonders bei Frauen mit Migrationserfahrung. Viele von ihnen sind durch Fluchterfahrungen traumatisiert, kämpfen mit Sprachbarrieren, sozialer Isolation und fehlender Kinderbetreuung. Sie berichten von einem inneren Schweigen und dem Gefühl, nicht gesehen und nicht gehört zu werden. Gespräche mit Frauen, die Angebote wie die Tafel, Kleiderkammern oder Beratungsstellen nutzen, machen deutlich: Es fehlen strukturierte Wege zur sozialen Integration und persönlichen Entfaltung.
Diese Armut ist nicht nur materiell, sondern auch emotional und sozial. Viele dieser Frauen verfügen über kreative, handwerkliche oder soziale Fähigkeiten, einige haben ein Hochschulstudium – aber ihnen fehlt die Möglichkeit, ihr Potenzial zu entfalten. Laut einer Studie des IAB verläuft die Arbeitsmarktintegration von geflüchteten Frauen deutlich langsamer als bei Männern – u. a. wegen fehlender Netzwerke, eingeschränkter Bildungschancen und mangelnder Kinderbetreuung. Auch die HSBN zeigt ein erhöhtes Armutsrisiko für Frauen mit Migrationsgeschichte.
Zudem wissen viele Frauen nicht, wo sie anfangen sollen, welche Möglichkeiten es gibt, oder empfinden bestehende Angebote nicht als zugänglich. Erfolgreiche Projekte wie BIWOC Rising zeigen, dass geschützte kreative Räume mit sozialer Unterstützung zur Selbstwirksamkeit, Perspektivbildung und Netzwerkbildung beitragen können

