Im Herzen unseres Stadtteils leben viele Kinder mit Träumen, Talenten – und Herausforderungen. Oft fehlen ihnen Räume zum Ausprobieren, Menschen, die sie stärken, und Möglichkeiten, sich selbst als wertvoll und wirksam zu erleben. Genau hier setzt unser Projekt „Stark im Quartier“ an: Wir schaffen einen geschützten Raum, in dem Kinder nicht nur körperlich in Bewegung kommen, sondern auch wachsen – an sich selbst, in der Gruppe und im Miteinander.
Initiator des Projekts ist unser Sportverein, der gemeinsam mit der Grundschule im Stadtteil und der Kinder- und Jugendstiftung PRO CHANCE Sylvia Daniel ein starkes Bündnis für mehr Teilhabe, Gesundheit und Bildung bildet. Gemeinsam bieten wir ein ganzheitliches Programm für Kinder zwischen 6 und 10 Jahren an, das Kopf, Herz und Körper anspricht.
Im Mittelpunkt stehen wöchentliche Bewegungseinheiten, angeleitet von einem erfahrenen und einfühlsamen Personal Trainer. Es geht nicht nur um Sport – sondern darum, Selbstvertrauen zu stärken, Teamgeist zu erleben und sich selbst neu zu entdecken. Ergänzt wird das Angebot durch Koch- und Ernährungseinheiten, in denen die Kinder gemeinsam gesunde Mahlzeiten zubereiten, Esskultur erleben und Alltagskompetenzen entwickeln.
Ein weiteres Highlight ist das medienpädagogische Videoprojekt: Die Kinder filmen ihre Sicht auf ihr Leben, ihre Wünsche, ihre Stärken – ein kraftvolles Mittel, um gehört zu werden und ihre Umwelt aktiv mitzugestalten. Die Filme werden öffentlich präsentiert und schaffen Aufmerksamkeit für die Lebenswelt junger Menschen im Quartier.
Eltern werden über gemeinsame Aktionstage einbezogen, lokale Akteure vernetzen sich, und nachhaltige Strukturen werden aufgebaut. Die Angebote sollen auch nach Ende der Förderung bestehen bleiben – etwa als AGs oder regelmäßige Vereinsangebote.
„Stark im Quartier“ ist mehr als ein Projekt – es ist ein Anfang. Für Kinder, Familien und ein Viertel, das zusammenhält.
Im Stadtteil zeigen sich bei vielen Kindern bereits im Grundschulalter deutliche Entwicklungsrückstände, insbesondere im Bereich Bewegung, Sozialverhalten und Selbstwahrnehmung. Die Ursachen liegen oft in sozial angespannten Lebensverhältnissen, begrenztem Wohnraum, fehlenden Freizeitangeboten und gesundheitlichen Belastungen innerhalb der Familien. Gleichzeitig sind die Eltern vielfach selbst stark gefordert – sei es durch Schichtarbeit, finanzielle Sorgen oder fehlende Zugänge zu Unterstützungsstrukturen. Damit fehlen gerade den Jüngsten wichtige Impulse, um Selbstvertrauen zu entwickeln, ihre Gesundheit zu stärken und aktiv an ihrer Umwelt teilzuhaben.
Zwar gibt es engagierte Einrichtungen vor Ort – Schule, Verein und soziale Träger –, doch fehlt bislang ein verbindendes, alltagsnahes Angebot, das gezielt auf die Lebenswelt dieser Kinder abgestimmt ist. Gerade im Übergang zwischen Schule und Freizeit braucht es Orte, an denen sie sich sicher fühlen, sich bewegen, ausdrücken und erleben können, dass ihre Stimme zählt. Das geplante Projekt setzt genau hier an und schafft mit einem vernetzten Ansatz aus Bewegung, Ernährung, Medienkompetenz und Beteiligung eine stabile Grundlage für langfristige positive Entwicklung.

