Das Projekt „Stark in Bewegung“ richtet sich an Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis vierzehn Jahren, aus dem Stadtteil Linden in Hannover. Ziel ist es, durch kostenfreie, niedrigschwellige Sportangebote in Kombination mit enger Begleitung des Projektteams die körperliche, soziale und emotionale Entwicklung junger Menschen im Stadtteil nachhaltig zu stärken. Im Fokus stehen dabei insbesondere Kinder und Jugendliche mit Flucht- und Migrationsgeschichte. Kern des Projekts ist eine wöchentliche offene Sportgruppe, in der verschiedene Sportarten ausprobiert werden können, ergänzt durch monatliche Aktionstage zu Themen wie Vertrauen, Vielfalt und Gerechtigkeit. Die Teilnehmenden wirken dabei aktiv mit eigenem Budget innerhalb einer Planungsgruppe bei der Planung bis zur Durchführung und eigener Teilnahme an Aktionen mit. Dadurch erlangen die Teilnehmenden verschiedene Kompetenzen, welche sie auch nach Ende des Projekts stärken. Darunter unter anderem in den Bereichen Kommunikation, Vertrauen und Fairness. Aber auch Themen wie Vielfalt als Stärke zu verstehen oder Prinzipien von Gerechtigkeit erarbeiten sich die Teilnehmenden selbst in den dafür vorgesehenen Aktionstagen, in denen die niedrigschwelligen Sportangebote aufgegriffen werden und durch Spiele diese Kompetenzen erfahrbar gemacht werden.
Ein zweiteiliges Elternangebot, bestehend aus Elternabend und Workshops, stärkt zusätzlich die Familien im Stadtteil und unterstützt langfristige Teilhabe an Vereinen. Das Projekt wird gemeinsam mit lokalen Partner*innen wie dem Turn-Klubb zu Hannover und Maria e.V. umgesetzt. Der Turn-Klubb ist operativer Kooperationspartner im Projekt, arbeitet aktiv an der Umsetzung mit und steuert Zugang zu Bewegungsstätten und Fachtrainer*innen bei. Durch den wohnortnahen, partizipativen Ansatz schafft „Stark in Bewegung“ nachhaltige Zugänge zu Bewegung, Bildung und sozialer Teilhabe.
In mehreren Stadtteilen Hannovers, darunter auch Linden, ist die soziale und wirtschaftliche Benachteiligung von Familien deutlich sichtbar. Viele Kinder und Jugendliche wachsen in Haushalten mit sehr begrenzten finanziellen und sozialen Ressourcen auf. Besonders betroffen sind junge Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte, aus Alleinerziehendenhaushalten oder Großfamilien. In diesen Lebenslagen stehen Bildungswege oft unter erschwerten Bedingungen, gesundheitliche Belastungen sind überdurchschnittlich hoch, und das Risiko sozialer Ausgrenzung ist groß. Hinzu kommt ein oft gravierender Bewegungsmangel, der sich negativ auf die physische wie psychische Entwicklung auswirkt. Gleichzeitig fehlen kostenfreie, niedrigschwellige und lebensweltnahe Angebote, die Sport und Sozialpädagogik sinnvoll miteinander verbinden. Der Zugang zu Sportvereinen erscheint vielen Kindern und Jugendlichen – insbesondere jenen mit eingeschränkten Sprachkenntnissen oder ohne familiäre Unterstützung – als schwer überwindbare Hürde. Dies wird uns über schon bestehende Projekte in Hannover wie im Projekt "Gesprächsfaden" von der Zielgruppe geschildert. Des Weiteren gibt es gerade bei schlechten Wetter für Kinder und Jugendliche keinen Zugang zu Orten, wo sie gemeinsam Sport treiben können, auch hier setzt unser Projekt gemeinsam mit dem Turn-Klubb zu Hannover, der Zugang zu Sporthallen durch Kooperationsschulen hat, an. Das Projekt „Stark in Bewegung“ will alternative Wege zu Teilhabe, Bewegung und Bildung eröffnen. Hier sehen wir gerade Sport für viele als niedrige Einstiegsmöglichkeit direkt im Stadtteil, welcher als Integrationsmotor und Motor sozialen Lernens das Miteinander vor Ort stärkt.


