Im Namen des VIB e.V. möchten wir im Stadtteil Hannover-Mühlenberg ein offenes Begegnungszentrum für Jugendliche schaffen. Mühlenberg ist durch eine besonders hohe soziale Verdichtung, einen großen Anteil junger Menschen mit Migrationsgeschichte und eine stark belastete Infrastruktur geprägt. Unser Projekt „Raum für uns“ schafft einen sicheren, niedrigschwelligen Ort für junge Menschen zwischen 12 und 26 Jahren, die in ihrem Alltag oft mit Ausgrenzung, Perspektivlosigkeit und mangelnder Förderung konfrontiert sind.
Das Begegnungszentrum soll sowohl ein Ort der Begegnung als auch der Befähigung sein. Neben freien Öffnungszeiten wird es regelmäßige Angebote zu Themen wie Selbstorganisation, Medien, Kreativität, Sprache und Berufsorientierung geben. Jugendliche sollen das Projekt aktiv mitgestalten: von der Raumgestaltung bis zur Programmplanung. Durch diese Beteiligung fördern wir Selbstwirksamkeit, Verantwortung und ein Gefühl von Zugehörigkeit – zentrale Voraussetzungen für gesellschaftliche Teilhabe.
Besonders wichtig ist uns der inklusive Charakter: unabhängig von Herkunft, Religion oder Status ist jede*r willkommen. Wir verstehen das Zentrum als Brücke zwischen Kulturen, Lebensrealitäten und Zukunftschancen.
Was möchten wir erreichen?
Mit dem Projekt wollen wir die Chancengleichheit im Stadtteil fördern, Bildungsbarrieren abbauen und jungen Menschen aus Mühlenberg Mut machen, ihre eigenen Wege zu gehen. Gleichzeitig tragen wir zur Aufwertung des Quartiers bei, stärken die Nachbarschaft und setzen ein sichtbares Zeichen für Zusammenhalt, Teilhabe und Engagement.
Der Stadtteil Hannover-Mühlenberg ist seit Jahren von einer Vielzahl sozialer Herausforderungen geprägt. Ein besonders auffälliges Merkmal ist der sehr hohe Anteil junger Menschen mit Migrationsgeschichte – bei den unter 18-Jährigen liegt dieser bei über 90 %. Gleichzeitig verzeichnet Mühlenberg eine überdurchschnittlich hohe Transferleistungsquote, ein niedriges Bildungsniveau und eine hohe Kinder- und Jugendarbeitslosigkeit. Viele Familien leben auf engem Raum und haben nur eingeschränkten Zugang zu unterstützenden Strukturen.
Der Stadtteil verfügt über wenige frei zugängliche, jugendgerechte Räume, die regelmäßig und ohne große Hürden genutzt werden können. Vorhandene Einrichtungen sind häufig überlaufen oder nicht niedrigschwellig genug, um auch bildungsferne oder neu zugewanderte Jugendliche zu erreichen. Die Freizeitangebote vor Ort werden von vielen Jugendlichen als unattraktiv oder nicht auf ihre Lebensrealität abgestimmt wahrgenommen.
Hinzu kommen Herausforderungen wie ein schlechtes Gebietsimage, mangelnde Beteiligungsmöglichkeiten und eine zunehmend spürbare Perspektivlosigkeit unter Jugendlichen. Es fehlen Orte, an denen junge Menschen sich ausprobieren, ihre Fähigkeiten entwickeln oder einfach nur sicher und respektvoll miteinander Zeit verbringen können. Gerade in der sensiblen Lebensphase zwischen Kindheit und Erwachsenenalter fehlt es an stabilen, positiven Erfahrungsräumen.
Diese Ausgangslage verdeutlicht den akuten Bedarf an einem geschützten und aktivierenden Begegnungsort, der Jugendlichen Halt, Orientierung und Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Unser Projekt setzt genau hier an.

