„Quartiersstark – Bildung und Teilhabe in benachteiligten Nachbarschaften“ ist ein stadtweites Modellprojekt, das Kinder, Jugendliche und Familien in Northeim durch niedrigschwellige, partizipative Bildungsangebote stärkt. Die Stadt steht vor vielfältigen Herausforderungen: soziale Ungleichheit, demografischer Wandel, kulturelle Segregation und strukturelle Benachteiligung prägen das Stadtbild. Besonders betroffen sind wirtschaftlich schwache Gruppen sowie Menschen mit Migrationsgeschichte. Ziel ist es, jungen Menschen neue Wege zu gesellschaftlicher Teilhabe, Selbstwirksamkeit und gesunder Lebensführung im direkten Wohnumfeld zu eröffnen. Dabei werden insbesondere digitale, soziale und demokratische Kompetenzen gefördert, um Chancengleichheit zu verbessern und langfristig solidarische Nachbarschaften aufzubauen. Das Projekt umfasst drei ineinandergreifende Maßnahmen: interaktive Workshops zu Medienkompetenz, Demokratiebildung und Empowerment; ein Peer-Programm, das Jugendliche qualifiziert, andere zu unterstützen; sowie Fortbildungen für Fachkräfte, um Nachhaltigkeit im pädagogischen Alltag zu sichern. Ergänzend werden Eltern durch begleitende Veranstaltungen in die medienpädagogischen Inhalte einbezogen, um sie in ihrer Rolle als Unterstützende zu stärken. Die Jugendlichen werden aktiv in die Auswahl, Gestaltung und Präsentation der Inhalte einbezogen. Ihre Ideen und Erfahrungen werden auf der digitalen Beteiligungsplattform „Take Your Space“ dokumentiert und vernetzt. Dabei erleben sie sich als aktive Gestalter:innen ihres Lebensumfelds. Der Zugang erfolgt über bewährte Kontakte in den Jugendzentren, flankiert von gezielter Ansprache über Social Media, Plakate und lokale Treffpunkte – auch Schulen können als Werbestandorte oder ergänzende Kooperationspartner eingebunden werden. Das Wirkungsziel des Projekts ist die nachhaltige Stärkung von Selbstwirksamkeit, Bildungszugang und Beteiligung in benachteiligten Quartieren. Über die Kombination aus analogen Begegnungen, digitaler Infrastruktur und der Schulung lokaler Fachkräfte entstehen langfristige Strukturen für Bildung, Teilhabe und ein solidarisches Miteinander. Die Angebote sind barrierearm gestaltet: einfache Sprache, barrierefreie Räume und mediengerechte Formate sichern Zugänge für alle Jugendlichen. Peer-Strukturen und Plattformnutzung bleiben über das Projekt hinaus nutzbar. Feedback, Beteiligungsquoten und Beiträge der Jugendlichen fließen in die Evaluation ein.
Die Stadt Northeim verzeichnet eine zunehmende soziale Ungleichheit, insbesondere in Bezug auf Bildungschancen, Teilhabe und Integration. Wirtschaftlich schwache Gruppen, darunter Russlanddeutsche sowie Menschen mit Migrationsgeschichte aus Osteuropa und dem Mittelmeerraum, leben häufig in voneinander abgegrenzten Gemeinschaften. Dies führt zu Alltagskonflikten, einem Mangel an sozialem Zusammenhalt und erschwerten Zugängen zu Bildungs- und Unterstützungsangeboten. Die soziale Infrastruktur in Northeim ist belastet. Einrichtungen wie das Caritas-Centrum bieten zwar Beratungs- und Unterstützungsangebote, stoßen jedoch an ihre Kapazitätsgrenzen. Zudem fehlt es an niedrigschwelligen, partizipativen Bildungsangeboten, die gezielt auf die Bedürfnisse von Kindern, Jugendlichen und Familien in benachteiligten Lebenslagen eingehen. Das Projekt „Quartiersstark – Bildung und Teilhabe in benachteiligten Nachbarschaften“ setzt hier an. Es zielt darauf ab, durch interaktive Workshops, Peer-Programme und Fortbildungen für Fachkräfte die Selbstwirksamkeit, Medienkompetenz und demokratische Teilhabe von jungen Menschen in Northeim zu stärken. Dabei werden bestehende Strukturen wie Jugendzentren und lokale Einrichtungen genutzt, um nachhaltige Strukturen für Bildung, Teilhabe und ein solidarisches Miteinander in der gesamten Stadt zu schaffen. Der Begriff „Quartiersstark“ steht in diesem Projekt nicht für ein einzelnes Stadtquartier, sondern beschreibt das methodische Prinzip quartiersbezogener Gemeinwesenarbeit auf gesamtstädtischer Ebene. Die Maßnahmen richten sich an alle relevanten Sozialräume in Northeim, mit Fokus auf besonders belastete Wohngebiete.

