In unserer Gesellschaft ist Inklusion ein wesentliches Prinzip, das allen Menschen unabhängig von ihren individuellen Einschränkungen die Möglichkeit zur uneingeschränkten Teilhabe ermöglichen soll. Das Projekt „Nachbarschaft inklusiv“ setzt genau hier an und richtet sich gezielt an blinde und sehbehinderte Kinder sowie deren Familien in benachteiligten Quartieren Niedersachsens, insbesondere im Bezirk Kirchrode.
Kinder mit Sehbehinderung und deren Familien stehen oft vor zusätzlichen Herausforderungen im Alltag. Nicht nur die Orientierung und Mobilität sind erschwert, sondern auch soziale Teilhabe und Bildungschancen sind oftmals begrenzt. Das Projekt hat daher das Ziel, diesen Kindern durch niedrigschwellige, wohnortnahe Angebote eine bessere Unterstützung zu bieten und ihre Familien gezielt zu stärken. Dabei geht es nicht nur um praktische Hilfe, sondern auch um die Förderung von Solidarität und gegenseitiger Unterstützung innerhalb der Nachbarschaft.
Ein inklusives Umfeld trägt maßgeblich dazu bei, dass blinde und sehbehinderte Menschen sich sicher und selbstständig bewegen können. Dies wird durch gemeinsame Aktivitäten und Austauschmöglichkeiten erreicht, die das Projekt organisiert. So sollen nachbarschaftliche Netzwerke aktiviert und sensibilisiert werden, um eine offene und unterstützende Gemeinschaft zu schaffen.
Der Bezirk Kirchrode wurde bewusst als ein zentraler Standort für dieses Projekt ausgewählt. Die soziale Struktur sowie die bereits bestehenden Netzwerke bieten gute Voraussetzungen, um inklusive Maßnahmen nachhaltig zu verankern. Zudem besteht in Kirchrode ein erhöhter Bedarf an Unterstützung für Familien mit sehbehinderten Kindern, die von solchen Angeboten profitieren können.
Durch regelmäßige Treffen in barrierefreien Räumen soll den Betroffenen die Möglichkeit gegeben werden, sich auszutauschen und voneinander zu lernen. Auch lokale Akteure, wie Schulen, soziale Einrichtungen und ehrenamtliche Unterstützer*innen, werden aktiv in das Projekt eingebunden.
Indem blinde und sehbehinderte Kinder frühzeitig ermutigt und gefördert werden, erhalten sie eine bessere Grundlage für ihre Zukunft. Gleichzeitig wird ihren Familien vermittelt, dass sie nicht allein sind, sondern Teil eines starken Netzwerks werden können. Das Projekt setzt damit einen wichtigen Impuls für eine inklusivere Gesellschaft, in der Menschen mit Sehbehinderung nicht nur akzeptiert, sondern aktiv unterstützt und einbezogen werden.
Die Ausgangslage ist geprägt von erheblichen sozialen und wirtschaftlichen Unterschieden zwischen den Nachbarschaften. Besonders in benachteiligten Quartieren sind die Chancen auf ein wirtschaftlich sicheres und gesundes Leben deutlich geringer als in anderen Regionen. Die Ergebnisse der aktuellen Sozialberichterstattung zeigen, dass insbesondere Frauen, Menschen mit Migrationshintergrund, Alleinerziehende sowie Familien mit mehreren Kindern einem erhöhten Armutsrisiko ausgesetzt sind. Besonders betroffen sind Kinder, die in wirtschaftlich benachteiligten Haushalten aufwachsen.
Ein zentrales Problem ist, dass soziale Teilhabe, Bildungschancen und gesundheitliche Entwicklung stark vom Wohnumfeld abhängen. In vielen dieser Quartiere fehlt es an unterstützenden Strukturen, Begegnungsmöglichkeiten und nachbarschaftlichem Zusammenhalt. Die Bewohner*innen sind häufig auf ihr unmittelbares Wohnumfeld angewiesen, da öffentliche Infrastrukturen und privat-kommerzielle Dienstleistungen oft nicht ausreichend zur Verfügung stehen. Dies führt zu Isolation, eingeschränkten Teilhabemöglichkeiten und geringeren wirtschaftlichen Perspektiven.
Für blinde und sehbehinderte Menschen verschärfen sich diese Herausforderungen noch weiter: Sie sind in besonderem Maße auf barrierefreie Angebote, soziale Unterstützung und nachbarschaftliche Netzwerke angewiesen, um am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Ohne gezielte Projekte und inklusive Strukturen bleiben sie häufig von Bildungs- und Freizeitangeboten ausgeschlossen und sind stärker von Einsamkeit und Armut bedroht.

