Mit der „MitmachWerkstatt“ entsteht in Westoverledingen ein kreatives, handwerklich orientiertes Freizeitangebot für Kinder aus Familien, die bislang wenig Teilhabeerfahrungen gemacht haben. In dieser ländlichen Region mit begrenzter Infrastruktur, schwachen Verkehrsanbindungen und wirtschaftlicher Benachteiligung vieler Haushalte fehlt es oft an wohnortnahen, kostenfreien Angeboten für Kinder. Genau hier setzt das Projekt an: niedrigschwellig, direkt im Quartier und mit dem Ziel, soziale Teilhabe zu stärken.
Über einen Zeitraum von sechs Monaten finden alle zwei Wochen Werkstattnachmittage statt. Dabei gestalten die Kinder in Gruppenprojekten z. B. T-Shirts, Nistkästen, Holzarbeiten oder Upcycling-Ideen – stets begleitet durch pädagogisch und handwerklich qualifiziertes Fachpersonal. Die Kinder und Jugendlichen bringen ihre eigenen Ideen ein, lernen den Umgang mit Werkzeugen, entwickeln kreative Lösungen und erleben, dass sie etwas selbst schaffen können. Damit werden neben handwerklichen Fähigkeiten auch Selbstvertrauen, Ausdauer, Teamarbeit und kreative Ausdruckskraft gefördert.
Ein besonderer Höhepunkt des Projekts ist der fünftägige Graffiti-Workshop in den Herbstferien unter dem Motto „Unsere Nachbarschaft – unser Bild“. Hier setzen sich die Kinder und Jugendlichen mit ihrer Lebenswelt, ihren Wünschen und Perspektiven auseinander – und gestalten gemeinsam mit professionellen Künstlerinnen mehrere mobile Graffiti-Wände, die an verschiedenen zentralen Orten in der Nachbarschaft aufgestellt werden. Um die niedrigschwellige Teilnahme auch in der Ferienzeit zu gewährleisten, wird ein Fahrdienst organisiert, der Kinder aus entfernteren Ortsteilen zuverlässig zum Workshop bringt. Bei einer Abschlussveranstaltung mit Vertreterinnen aus der Kommune werden die Werke präsentiert. Diese Veranstaltung dient auch dem Austausch und der Vernetzung für eine zukünftige Gemeinwesenarbeit.
Das Hauptziel des Projekts ist es, Kinder und Jugendliche aus strukturell benachteiligten Familien im ländlichen Raum durch praktische, kreative Angebote zu stärken. Sie erleben Gemeinschaft, werden in der eher auf ältere Zielgruppen konzentrierten Nachbarschaft sichtbar, lernen neue Fähigkeiten und entwickeln ein Zugehörigkeitsgefühl zu ihrer Umgebung. Die „MitmachWerkstatt“ wirkt damit gegen Isolation, Bildungsbenachteiligung und Kinderarmut – und schafft Strukturen, die über das Projekt hinaus tragfähig sein können.
Westoverledingen liegt in einem ländlich geprägten, strukturschwachen Raum mit begrenzten Freizeit-, Bildungs- und Beteiligungsangeboten für Kinder und Jugendliche. Besonders erschwert ist der Zugang für Familien mit mehreren Kindern, Alleinerziehende und Haushalte mit Migrationshintergrund. Ein Teil der Kinder wächst in wirtschaftlich und sozial prekären Verhältnissen auf und hat kaum Zugang zu kreativen oder handwerklichen Angeboten, die ihre Entwicklung stärken und soziale Teilhabe ermöglichen.
Hinzu kommt: Öffentliche Verkehrsanbindungen sind begrenzt, Jugendzentren oder Kulturangebote oft nur schwer erreichbar. Gerade in den Nachmittagsstunden und in den Ferien fehlt es an kostenlosen, wohnortnahen Möglichkeiten, sich sinnvoll zu beschäftigen, Neues zu lernen und Gemeinschaft zu erleben. Diese fehlenden Strukturen verstärken soziale Ungleichheiten und erschweren Bildungschancen, Integration und persönliche Entwicklung.
Das Projekt „MitmachWerkstatt“ schafft direkt im Quartier niedrigschwellige Werkstattangebote sowie einen kreativen Graffiti-Ferienworkshop. Kinder aus den umliegenden Ortsteilen erleben hier Selbstwirksamkeit, stärken ihre Fähigkeiten und gestalten ihr Umfeld aktiv mit. So leistet das Projekt einen konkreten Beitrag zur Bekämpfung von Kinderarmut, zur sozialen Integration und zur Stärkung solidarischer Nachbarschaften.



