Das Projekt „Minna – Mitwirken-Integrieren-Nachbarschaft-Aufbruch“ richtet sich an die Bewohner*innen der Stadtteile Grone und Weststadt und wird von der Neuen Arbeit Brockensammlung (NAB) durchgeführt. Der Hauptstandort der NAB in der Levinstraße 1 befindet sich räumlich zwischen den genannten Stadtteilen. Mittendrinn! Das Projekt ist für 10 Teilnehmer*innenplätze ausgelegt. Freiwerdende Plätze werden nachbelegt. Das oberste Ziel des Projektes ist die nachhaltige Erhöhung der Bildungschancen und der beruflichen Integrationsfähigkeit der Teilnehmenden (TN). „Minna“ bietet Information und Beratung im Quartier und unterstützt die Teilnehmenden eine berufliche Perspektive zu entwickeln. Es bietet fachpraktische Erfahrungen und Qualifizierung (Berufsfelder: Verkauf, Maler- und Tischlerhandwerk, Transport, Reinigung), dass Erproben einer berufsbezogenen Tagesstruktur, die Verbesserung digitaler Kompetenzen und/oder der sprachlichen Kompetenzen. Sozialpädagogisches Personal arbeitet mit den TN am Abbau individueller Hemmnisse. Das Projekt ist explizit für Alleinerziehende geeignet und unterstützt bei der Entwicklung einer tragfähigen Kinderbetreuung. „Minna“ setzt zudem auf den Aufbau von Netzwerken und das Nutzen von vorhandenen Strukturen im Quartier (z.B. Angebote in den Quartierszentren). Dies geht einher mit sozialer Teilhabe, Stabilisierung, Steigerung der Autonomie und Problemlösefähigkeit. Die intensive sozialpädagogische Begleitung sieht Einzelberatung vor, hat aber auch das Ziel durch Gruppenangebote, das Gemeinschaftsgefühl zu stärken und gegenseitiges Unterstützen zu fördern. Das Besondere am Projekt ist die Verzahnung verschiedener Elemente. So können die TN in unseren Arbeitsbereichen (s.o.) berufliche Erfahrungen unter marktnahen Bedingungen kennenlernen (bis zu 30 Stunden wöchentlich) und gleichzeitig intensiv begleitet werden, um Vermittlungshemmnisse abzubauen. Sie erleben die Wirkung sinnstiftender Arbeit, von geregelten Tagesstrukturen, von Zusammenarbeit und Anerkennung. TN die in den Arbeitsbereichen mitarbeiten, erhalten monatlich bis zu 100 € Aufwandspauschale, um die Teilnahme möglich und attraktiver zu machen. Kinder und Jugendliche werden über die Teilnahme der Eltern am Projekt direkt und indirekt gestärkt, insbesondere durch die Vorbildfunktion und die erhöhten Aktivitäten im Sozialraum. Lese- und Spielangebote, kostenloses Bereitstellen von Kleidung, Büchern, Spielen, Bedarfsartikel etc. für Kinder der TN ergänzen das Angebot
Beim Projektgebiet handelt es sich um die Stadtteile Alt-Grone, Grone-Süd und Weststadt (ehemals im Stadtförderprogramm „Soziale Stadt“), das geprägt ist durch sozioökonomisch, sozialräumlich und baulich bedingte Problemlagen, z.B. große Familienverbünde, migrantische Familien mit geringem sozialökonomischem Status, hohe Wohndichte, Ansiedlung von zentralen größeren Flüchtlingsunterkünften und einer Bevölkerung, die mit durchschnittlich niedrigem Einkommen auskommen musss. D.h. die Zahl Arbeitssuchender, Zugewanderter, Alleinerziehender, ältere Menschen mit geringen Rentenansprüchen sowie aus dem Niedriglohnmilieu ist hoch. Zudem ist die Anzahl von Transferleistung-Bezieher*innen sehr hoch. Sichtbar wird das Nichtvorhandensein von finanziellen Mitteln, in beengten Wohnverhältnissen (Kinder/Eltern haben z.B. kein eigenes Zimmer). Es fehlt an Mitteln für neue Kleidung und am Monatsende sehr häufig auch fürs Essen. Beim Essen wird insgesamt bei gesunden Lebensmitteln (z.B. frisches Obst und Gemüse) gespart. Die Mobilität ist eingeschränkt und ein Auto ist selten vorhanden. Aber auch die Anschaffung eines (gebrauchten) Fahrrads, dessen Reparatur oder der Kauf einer Fahrkarte überfordern das monatliche Budget.
Ein Kino- oder Theaterbesuch ist ebenso selten, wie der Besuch eines Restaurants. Kinder erhalten weniger Zugang zu Büchern, Spielzeug und Vereinsbeitritte sind nicht bezahlbar, ebenso wenig der Kauf der entsprechenden Kleidung (wie Trikot, Schuhe).
Bei der Befriedigung der Grundbedürfnisse (Essen, Kleidung, Wohnung) muss auf das Budget geachtet werden und häufig drücken vorhandene, im Laufe der Zeit entstandene Schulden, noch weiter auf die zu geringen Mittel.





