Die Herausforderungen in unserer Gemeinde sind zwar sehr vielfältig, jedoch sind viele engagierte Macher*innen vor Ort, die mit Enthusiasmus und Ideenreichtum den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern wollen. Dies gilt insbesondere für Familien. Ein benannter Bedarf von Betroffenen ist eine Anlaufstelle für Mütter sowie für Familien mit Kindern, die spezielle Bedürfnisse haben. In beiden Fällen fehlen Therapieplätze. Zudem kämpfen viele Bürger*innen noch mit den Auswirkungen des Hochwassers im Ort (direkt oder indirekt durch eingedrungenes Grundwasser). Es hat sich hier gezeigt, wie dringend guter nachbarschaftlicher Zusammenhalt benötigt wird, einige Anwohner einer Straße sind erst aufgrund der Katastrophe erstmals in ein Gespräch gekommen. Die finanziellen Sorgen sind gestiegen, der Bedarf war um ein Vielfaches höher als das Spendenaufkommen. Durch Unterstützungsangebote und gemeinsame Aktionen und Formate wollen wir die Menschen ins Gespräch bringen, Familienfeste und Tauschhütten etablieren, die den Zusammenhalt stärken und die Ressourcen im Ort bündeln sollen. Wir möchten Menschen aller Herkunftsländer in der Gemeinde Teilhabe ermöglichen, die auch über den Projektzeitraum hinaus wachsen soll. Es bedarf häufig kleine Grundsteine, die gelegt werden müssen. Workshops und Fortbildungen für Vereine sollen helfen, Bedürfnisse besser zu verstehen, um Familien mit besonderen Bedarfen besser integrieren zu können.
Für Familien in belastenden Lebenslagen ebenso für Menschen mit Migrationshintergrund gibt es zu wenig passgenaue Gemeinschaftsangebote und Selbsthilfe-Anlaufstellen. Dies konnten wir 2022-2023 im Rahmen eines Projektes feststellen, dass Familien in besonderen Herausforderungen (Alleinerziehend, von Armut betroffen, mit geringen Deutschkenntnissen sowie von schweren Krankheiten betroffen sowie vom Hochwasser 2023-2024 Betroffene) kaum passende Angebote finden. Auch aufgrund der 4-Dörfer-Region im ländlichen Raum ist ein „Wir-Gefühl“ erschwert, die unterschiedlichen Regional- und Sozialräume münden vermehrt in Isolation. Sorgen sind in allen Altersgruppen aufgrund von Bildungsbenachteiligung (Migration-/Fluchterfahrungen) und finanziellen Nöten angestiegen (Ukraine-Krieg, Hochwasser). Im Zuge der Hochwasserkatastrophe ist ein Umdenken und Wir-Gefühl entstanden, an das es nun anzuknüpfen gilt. Die Freiwilligenagentur hat durch die Koordinierung der privaten Hochwasserhilfen und der Spendenvergabe an Betroffene einen guten Kontakt zu Familien und darüber Informationen zu den Bedürfnissen vor Ort. Passgenaue Angebote, Veranstaltungen und Aktionen sollen entstehen, die jedoch aufgrund der Herausforderungen nicht von alleine durch die Bürger ins Rollen kommen, sondern organisiert und koordiniert werden müssen.

