„Bildung ist die mächtigste Waffe, um die Welt zu verändern."- Nelson Mandela. Bildung umfasst dabei viel mehr als nur Kitas oder Schulen. Vor allem im außerschulischen Bereich ist der Zugang für Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern und Kindern aus armen/armutsgefährdeten Elternhäusern besonders erschwert. Das zeigt u.a. der kürzlich veröffentlichte Teilhabeatlas Kinder und Jugendliche des Berlin-Instituts. Wir setzen darauf, das Kinder aus genau solchen Familien echte Teilhabe erleben können und dabei ihre Umwelt entdecken können. Mit einem wöchentlichen Angebot werden die Kinder in die Lage versetzt etwas Neues zu entdecken. In den Auswahlprozess der Aktivitäten werden sie regelmäßig aktiv mit eingebunden um die Demokratiekompetenz zu fördern. Umweltschutz, Gesundheit und die Vielfaltsgesellschaft stehen dabei im Vordergrund. Beim Thema Gesundheit können die Kinder sich zum Beispiel aussuchen, ob es einen Ausflug zum Beerenpflücken, oder lieber einen Kochnachmittag geben soll, bei dem sie auch mitüberlegen, was gekocht werden soll. Es wird zusammen ein Budget festgelegt, eine Einkaufliste erstellt und die Zutaten werden dann gemeinsam eingekauft. So werden auch finanzielle Kompetenzen gefördert. Andere Samstage haben den Fokus Kunst und Kultur, dabei werden mal gemeinsame Malaktionen gestartet, mal kulturelle Einrichtungen besucht. Kostenfreie, kostenarme und kostenpflichte Angebote werden dabei abgewechselt. Von der nächsten Zweigstelle der Stadtbibliothek über das sammeln, trocknen, & aufkleben von Herbstblättern bis hin zum Besuch eines Theaterstücks. Dabei wir immer darauf geachtet, dass die Kinder lernen, welche Möglichkeiten es gibt um einen Bereich dauerhaft zu nutzen. Wie komme ich in den kostenloser Kids Club des Göttingen Symphonieorchesters, wie bekomme ich eine Bibliothekskarte, welche Bus bringt mich in den Stadtwald? Besondere Highlights sind Ausflüge zu Lernorten wie dem Tropengewächshaus der Universität Kassel. Die Kinder erfahren Selbstwirksamkeit und stärken ihr Selbstbewusstsein indem sie ihre eigenen Ideen umsetzen und von ihren Erlebnissen berichten können. Zudem stärkt das Projekt die Nachbarschaftlichkeit indem Kinder mit allen Hintergründen eingeladen sind und zusammenkommen. Für die Nichtmuttersprachler*innen bieten die Samstage außerdem eine tolle Chance ihr Deutsch spielerisch zu verbessern und in unterschiedlichen Kontexten zu üben. Ayaan Omar (Ehrenamtspreisträgerin) nutzt ihren Zugangang zu schwererreichbaren Familien.
Das Stadtviertel 'Grone' vor allem 'Grone-Süd' gilt in Göttingen als Viertel 'Problemviertel'. Die meisten Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Göttingen leben in Grone. Drei der fünf für das Startchancenprojektausgesuchten ausgesuchten Schulen in Göttingen (Grundschulen Egelsbergschule, Erich Kästner Schule, Astrid-Lindgren-Schule) liegen in Grone. Viel Armut, ein hoher Anteil an Migrationshintergrund, Platzmangel, erhöhte Gewalt, starke Vermüllung, weniger Grünflächen, fehlender Vereinsstrukturen all diese Faktoren, die sich negativ auf de Gesundheit und Entwicklung von Menschen auswirken kommen in Grone zusammen. Doch wir wollen nicht, dass diese Startnachteil die Zukunft der Kinder vorgibt. Wir wollen, dass die Kinder Empowert werden zu sehen, dass was für vielfältige Möglichkeiten sie haben an Angboten in der Stadt teilzunehmen. In Zeiten in denen die Bildschirmzeit von Kindern immer weiter steigt ist uns der Fokus auf nicht-digitale und naturnahe Angebote besonders wichtig. In Zeiten des zunehmenden Rechtsrucks ist es umso wichtiger Kinder- und Jugendliche mit unterschiedlichen Hintergründen zusammenzubringen. Sprache entscheidet dabei maßgeblich über den Bildungserfolg, deshalb ist es so wichtig, dass an den Samstagen deutsch gesprochen wird. Die Kinder fungieren dabei oftmals als Multiplikator*innen in ihre Familien hinein. Verbessern sich ihre Sprachkenntnisse werden Schulschreiben, Diagnosen, und andere Mitteilungen besser verstanden, können sie ihr Wissen mit ihren Familienangehörigen teilen. Es gibt keinen Kinderarzt in Grone, die Kinder sollen also auch in die Lage versetzt werden mit ihren Eltern einen Kinderarzt rauszusuchen und aufzusuchen.


