Wenn die Familien nicht zur Fabi kommen, kommt Fabi zu ihnen! Mit dem Fabi-Mobil wollen wir in der Tradition der aufsuchenden sozialen Arbeit Familienbildung dahin bringen, wo sich auch ärmere und/oder bildungserfahrene Familien treffen: auf die Spielplätze! Und wir wollen versuchen, eine Brücke zu schlagen zwischen den Orten, an denen sich Familien mit schmalem Budget aufhalten und neuen sowie bestehenden niedrigschwelligen Angeboten in der Familien-Bildungsstätte und im Viertel.
Eine begleitete Austauschmöglichkeit auf Spielplätzen ähnlich einem Dorfbrunnen in ärmeren Ländern hatten sich viele Besucher*innen des Familientreffs Süd, in den überwiegend Familien mit Migrationsgeschichte kommen, noch im letzten Jahr im Rahmen einer Projektwerkstatt gewünscht. Diese Idee wollen wir nun aufgreifen und um Familienbildungsangebote erweitern.
In einem ersten Schritt wollen wir das Elterntalk-Angebot ausbauen. Dies läuft an der Ev. Fabi bereits, kann aber durch die Qualifikation neuer Moderatoren und Moderatorinnen deutlich erweitert und auch auf Spielplätzen angeboten werden. Auf Spielplätzen im Viertel wollen wir außerdem mit Vorleseaktionen, Bewegungsangeboten und altersgerechten Spielanregungen praktische Familienalltagshilfen anbieten und neugierig auf andere Angebote der Ev. Fabi machen. Damit die Familien die Treff-, Spiel- und Unterstützungsmöglichkeiten im Gebiet besser kennenlernen, wollen wir außerdem vier Spaziergänge mit Spielplatzerkundungen anbieten.
In der Fabi wollen wir ein wöchentliches Krabbelfrühstück anbieten, zu dem alle Eltern/Bezugspersonen aus dem Projektgebiet mit Babys und Kleinkindern eingeladen sind. Eine kompetente Kursleitung vermittelt hier im Dialog Erziehungswissen und fördert das Knüpfen von Kontakten. So sollen Netzwerke entstehen, die auch nach Projektende bestehen. Um den Eltern das Thema Gesunde Ernährung näherzubringen, sollen Kochveranstaltungen in der großen Fabi-Küche stattfinden, in denen auch Wissen aus dem früheren Projekt KlimaFood weitergegeben werden kann. Außerdem sollen verschiedene Familienaktionen (Kürbisschnitzen, Laternegehen, Winterdeko basteln) sowie in den Wintermonaten ein wöchentliches Bewegungsangebot (Toben in der Fabi) für Kinder als Alternative zur Spielplatzaktivität angeboten werden.
Eltern liegt das Wohl ihrer Kinder am Herzen. Oft sind sie aber übers Internet fehlinformiert, wenig sensibilisiert oder es fehlt die Möglichkeit, sich über gut vermitteltes Wissen und den Austausch mit anderen eine eigene Meinung zu bilden, das Verhalten zu reflektieren und einen guten Erziehungsweg zu finden. Deshalb ist Familienbildung heute wichtiger denn je. Viel zu viele Kinder sind emotional vernachlässigt, im Verhalten herausfordernd, fehlernährt, adipös und benötigen zusätzliche Förderung in der motorischen, sozialen und emotionalen Entwicklung. Hier setzt Familienbildung mit der ganzen Vielfalt an Bildungsangeboten auf Augenhöhe an und hat dabei nicht nur die Eltern, sondern auch die Kinder und das Umfeld im Blick.
Die Geburt eines Kindes ist eine große Veränderung, in der Austausch besonders wichtig ist. Aber Mütter und Väter, die Elternzeit nehmen oder neu hier leben, geraten schnell in eine Isolation und dies in einer Phase, in der sie besonders Halt und Unterstützung, am besten von anderen Familien in ähnlicher Situation, im gleichen Sozialraum, benötigen. Fabi bietet diese Austauschmöglichkeit.
Zu den gebührenpflichtigen Kursen in der Ev. Familien-BIldungsstätte kommen aber meist bildungsgewohnte und finanzkräftigere Familien. Familien mit schmalem Einkommen und/oder wenig Erfahrung mit deutschen Bildungseinrichtungen werden weniger erreicht. Ihnen sind Angebote der Familienbildung wie praxisorientierte Kurse zu gesunder Ernährung, Eltern-Kind-Angebote, Themenveranstaltungen zum gesundem Aufwachsen von Kindern oder zur Medienbildundung kaum bekannt oder gelten als zu teuer. Dabei kann Familienbildung präventiv schon ab der Schwangerschaft wirken.

