ChancenKinder ist ein liebevoll gestalteter Lern- und Spielraum am Nachmittag für Kinder und Jugendliche aus Familien mit und ohne Migrationshintergrund mit geringem Einkommen, die Armutsbedroht oder in Armut lebend sind. Hier steht nicht die Herkunft oder die Lebensumstände im Mittelpunkt, sondern dass Potenzial.
Begleitet von einer pädagogischen Fachkraft erleben Kinder einen geschützten Ort, an dem Sie spielerisch lernen, ihre Stärken entdecken und soziale Kompetenzen entwickeln können. Durch gezielte Förderung, kreative Angebote und vertrauensvolle Beziehungsarbeit werden individuelle Bildungswege unterstützt - unabhängig von sozialen Startbedingungen. Ziel des Projektes ist es, Kindern und Jugendlichen, die in einem benachteiligten Wohnviertel leben, einen sicheren und unterstützenden Raum zu bieten. Da im Quartier kein fester Spielplatz oder Ort für Kinder vorhanden ist, sollen die vorhandenen Flächen - Wiese, der Bauwagen, das Sporthaus sowie die Einrichtungen der BBS Duderstadt für das Projekt genutzt werden. Neben gezielten Förderangeboten vor Ort durch die FK sollen die Erwachsenen im Quartier eingebunden werden. Dies soll beispielsweise durch Lernhilfen realisiert werden. Zudem sind Tandems denkbar. Da in dem Q auch viele Menschen in sozialer Isolation leben, könnte erreicht werden, dass sie durch Übernahme von sogenannten Patenschaften wieder ein Gefühl der Wertigkeit und der Einbindung in die Gesellschaft erfahren. Im Mittelpunkt stehen dabei die Schaffung eines sicheren, unterstützenden und inklusiven Raums, in dem die Kinder und Jugendlichen Spaß haben, sich wohlfühlen und ihre Fähigkeiten weiterentwickeln können. Durch gemeinsames Spielen, Lernen und Austausch sollen Barrieren abgebaut werden, um die gesellschaftliche Teilhabe zu fördern und die Teilhabechancen aller Teilnehmenden zu verbessern.
Das Projekt legt besonderen Wert auf Prävention, um frühzeitig soziale Risiken zu minimieren, Gewalt und Ausgrenzung entgegenzuwirken sowie die Resilienz der Kinder und Jugendlichen zu stärken. Ziel ist es, problematische Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und durch gezielte Angebote gegenzusteuern, damit die Kinder in ihrer Entwicklung nicht benachteiligt werden.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Einbindung erwachsener Menschen aus dem Quartier. Diese sollen sich ehrenamtlich engagieren, bspw. durch Lesepatenschaften, Lernhilfe oder Spielangebote. So wird das soziale Netzwerk vor Ort gestärkt u die Gemeinschaft aktiv eingebunden
Das Q ist gekennzeichnet durch unterschiedliche Risikofaktoren für Kinder aus sozial schwachen Familien -insbesondere im Hinblick auf Bildung und Entwicklung. Zum einem herrscht in den Plattenbauten materielle Armut. Die Wohnverhältnisse sind oft zu eng und es gibt keine adäquaten Rückzugsorte zum Lernen für die Kinder wie beispielsweise ein eigenes Zimmer. Auch die finanziellen Mittel für Lernförderung oder Freizeit- und Spielmöglichkeiten sind begrenzt. Ein weiterer Risikofaktor ist ein geringes Bildungsniveau der Eltern. Im Q wohnen viele Menschen mit sprachlichen Barrieren (bei Migrationshintergrund). Dadurch wird der Zugang zu Bildungsangeboten und Beratung erschwert. Die Kinder zeigen zum frühkindliche Entwicklungsverzögerungen im Bereich Sprache, Motorik oder Sozialentwicklung. Diese Faktoren wirken häufig zusammen und können sich wechselseitig verstärken. Umso wichtiger sind gezielte, niedrigschwellige und verlässliche Angebote in der Lebenswelt der Kinder zu implementieren. Im Quartier finden Familien aus dem Sozialhilfebezug oft bezahlbaren Wohnraum. Die betreffenden Familien befinden sich häufig in multiplen Problemlagen, sind hoch verschuldet und haben nur selten Hoffnung auf eine Perspektive. Im Quartier lässt sich bereits bei einigen Kinder ein Förderbedarf erkennen. Dies kann zu internalisierenden oder externalisierenden Störungen führen, was wiederum mit niedrigeren Bildungsabschlüssen, geringeren Einkommen und höherer Arbeitslosigkeit in Verbindung steht.


